Reviews
Dr. Knarf – “Wie ich flieg EP” (Review)
von Admin am 08.Jun 2009, unter Reviews
In diesem Blog gab’s ja bereits Infos zur neuen EP von Dr. Knarf und auch das Video zu “Rap Superstar” wurde hier schon vorgestellt. Nun gibt’s das dazugehörige Review…
Nach zwei Mixtape-Releases stellt die “Wie ich flieg”-EP, welche vor wenigen Tagen (Release Date: “6.6.09″) erschien, mit insgesamt sieben Titeln das neueste Werk von Dr. Knarf dar.
Dabei versucht der Künstler vor allem durch facettenreiche Inhalte sowie individuellem Style zu punkten, was ihm auch teilweise durchaus gelingt. Nach dem Opener “Wie ich flieg” findet man mit “Tag für Tag” einen gesellschaftskritischen Storytelling-Track ebenso wie eine 20 Punkte umfassende Anleitung zum “Rap Superstar” auf der EP. Zu Letzterem gibt’s dann auch ein Video.
Neben dem deeperen “Acht Takte” und dem (ironischen???) “OK”-Track wird dann auch mal bei “Jagdsaison” in Papoose-Manier quer durch das Alphabet gerappt. Ist ganz nett, aber gab es allerdings auch im deutschsprachigen Raum schon mehrmals (z.B. bei Olli Banjo). Abgerundet wird “Wie ich flieg” noch mit einem Remix zu dem Titel “Trink ne Milch”, dessen Originalversion bereits auf Dr. Knarfs letztem Mixtape “Tash Mixtape Part II” erschienen ist.
Inhaltlich deckt er damit zwar einige Bereiche ab, allerdings hat man so Manches schon mal desöfteren gehört. Raptechnisch geht das alles halbwegs ok, auch wenn mir sein Style nicht 100%ig zusagt. Positiv muss man dabei aber anmerken, dass er auf jeden Fall eine eigene Schiene fährt. Die Produktionen, bei welchen der Künstler größtenteils selbst Hand anlegte, gehen in Ordnung, mehr aber leider auch nicht.
Ein Snippet zur EP findet ihr hier: “Wie ich flieg”-Snippet
Tracklist:
- Wie ich flieg
- Tag für Tag
- Rap Superstar
- Acht Takte
- OK
- Jagdsaison
- Trink ne Milch RMX
Für meinen Geschmack wird hier etwas zu wenig wirklich Neues präsentiert und raptechnisch trifft Dr. Knarf auch nicht ganz meinen Geschmack. Allerdings sollte man dem Rapper auf jeden Fall mal ein Chance geben und in das “Wie ich flieg”-Snippet reinhören.
WERTUNG: 3/5
Digga Mindz – “Drama EP” (Review)
von Admin am 23.Mai 2009, unter Reviews
Vor wenigen Tagen gab’s noch eine kurze News zum Snippet und nun folgt das Review zur aktuellen Digga Mindz-EP namens “Drama”.
Bereits “Mad Pattern Creationz Vol.2”, welches der österreichische Rapper und Produzent Digga Mindz letztes Jahr releaste, konnte eindeutig überzeugen und so durfte man auch auf die aktuelle “Drama”-EP schon sehr gespannt sein. Und man wird dabei in keiner Sekunde enttäuscht!
Die EP umfasst insgesamt 12 Anspielpunkte, wobei es sich dabei um acht Tracks und vier Remixe handelt. Dabei geht’s zwar hauptsächlich um Battle- und Representer-Inhalte, welche allerdings wirklich cool und teilweise recht witzig verpackt werden. Ausserdem gibt’s mit “Lebn” auch einen persönlichen Track und auch mit “Ka Wort” wird thematisch eine etwas andere Richtung eingeschlagen, bei welcher auch szenekritisch Passagen zu hören sind.
Wurde Digga Mindz früher vereinzelt nachgesagt, dass er sich raptechnisch nicht auf Augenhöhe seiner Beats bewegt, so sollten sich diese Vorwürfe allerspätestens mit dieser EP erledigt haben. Der Kärntner spittet einfach locker lässig über seine Beats, so dass es nur so flowt! Auch die Features überzeugen auf ganzer Linie und Stixx, Def Ill und 5 Finga sorgen mit gelungenen Parts gekonnt für etwas Abwechslung. Vor allem “Drama” mit Stixx und “Stomp” mit Def Ill laufen bei mir derzeit auf Dauerrotation.
Zu den Beats von Digga Mindz muss man eigentlich nicht viel sagen ausser, dass sie einfach dope sind! Fakt! Aber auch die Remixproduktionen von Loco, Feux, Whizz Vienna und Flip fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein und wissen durch stimmungsvolle Instrumentals zu überzeugen. Die Beiträge der beiden Erstgenannten zählen dabei zu meinen persönlichen Highlights.
Abgemischt ist das Gesamtwerk zwar ok, aber für mich eine Spur zu leise. Dies ist aber wirklich nur nahzeu irrelevanter Kritikpunkt.
Zum Snippet gab’s zwar schon einmal News, aber man findet es auch immernoch hier: Digga Mindz@MySpace
Tracklist:
- Wer!?
- Drama ft. Stixx
- Ka Wort
- Stomp ft. Def Ill
- Schluss mit Thugsn
- Letzta Vasuch ft. 5 Finga
- Red Net ft. Def Ill
- Lebn
- Drama (Loco Remix)
- Stomp (Feux Remix)
- Schluss mit Faxn (Whizz Vienna Remix)
- Lebn (Flip Remix)
Ein eindeutiger Pflichtkauf und mehr gibt’s dazu auch nicht zu sagen! Supportet den Scheiß!
WERTUNG: 4,5/5
Selfmade Records – “Chronik II” (Review)
von Admin am 23.Mai 2009, unter Reviews
Am 17.4.09 erschien bereits der zweite Label-Sampler von Selfmade Records. Nun endlich das dazugehörige Review…
Nach dem ersten Label-Sampler namens “Chronik” machte es man sich bei Selfmade mit der Namensgebung recht leicht und betitelte den Nachfolger der Einfachheit halber “Chronik II”. Dieser bietet – wie bereits sein Vorgänger – wieder einen Einblick in die Arbeit der bei Selfmade gesignten Künstler. Rapmäßig kümmern sich dabei hauptsächlich Kollegah, Favorite, Shiml und auch Neuzugang Casper darum, während auf der Produzentenseite natürlich mehrfach Rizbo die Finger im Spiel hat.
Was dabei rausgekommen ist würde ich als bewährte Kost einstufen. So punktet jeder Rapper genau in seinem Metier, wobei der Schwerpunkt deutlich auf “Auf-die-Kacke-hau”-Tracks Marke Kollegah und Favorite gerichtet ist. So etwa zu hören auf Tracks wie “Halbautomatik”, “Jebiga” oder der Pre-Single “Westdeutschlands Kings” (inklusive Unterstützung von Farid Bang). Kann einem gefallen, muss es aber nicht. Vor allem an der Langlebigkeit solcher Songs darf wohl gezweifelt werden, auch wenn sie mich – zumindest anfänglich – durchaus überzeugen. Allerdings haben sich dabei auch leider immer wieder Tracks der Marke “Durchschnittsware” (“G’s sterben jung”) eingeschlichen.
Als eine Art von Gegenpol kommen dabei aber ja noch Casper und Shiml ins Spiel, wobei Letzterer allerdings mit lediglich vier Einsätzen für meinen Geschmack etwas zu kurz kommt. Die beiden kommen jeweils mit sehr deepen Nummern (“Vatertag” von Casper und “Mit jedem Atemzug” von Shiml) um die Ecke, wobei man darüber streiten kann, ob hierbei nicht stellenweise etwas zu dick aufgetragen wurde. Aber auch bei thematisch anderen Nummern geben die beiden ihre Texte zum Besten. So gefallen mir vor allem die Kollabo-Tracks “Mittelfinger hoch”, zu dem es auch ein Video gibt, und “Dampfwalze”. Featuremäßig wird man als Zuhörer vor allem mit Olli Banjo (“Krieg”) und Marteria (“Rock’n’Roll”) mehr als gut bedient, welche auch immer wieder für die nötige Abwechslung sorgen.
Die Beats sind recht ok, aber hauen mich auch nicht komplett vom Hocker. Zumindest scheinen sie dieses Mal besser abgemischt zu sein als es noch beim Vorgänger der Fall war.
Das Album erscheint übrigens inklusive einer zusätzlichen DVD (“Selfmade Vol. 1″), auf welcher es zwei Stunden lang Beiträge zu allen Künstlern gibt. Über den Trailer zur DVD wurde hier schon einmal berichtet: “Selfmade Vol. 1″-Trailer
Ein Snippet zu “Chronik II” findet man hier: “Chronik II”-Snippet
Tracklist:
- Casper, Favorite & Kollegah – Mittelfinger hoch
- Kollegah – Halbautomatik
- Casper – Elefant
- Favorite ft. Olli Banjo – Krieg
- Kollegah & Favorite ft. Farid Bang – Westdeutschlands Kings
- Shiml – Unter Null
- Favorite – Superman
- Skit
- Slick One ft. Edo Maajka – Bruderkrieg
- Casper & Favorite – 2x mehr wie Du
- Kollegah ft. SunDiego – Gs sterben jung
- Shiml ft. MontanaMax – Er & Ich 2009
- Favorite – Lebenswerk
- Casper – Vatertag
- Shiml – Mit jedem Atemzug
- Kollegah & Favorite – JebiGa
- Casper ft. Marteria – Rock ‘n’ Roll
- Casper, Favorite, Kollegah & Shiml – Dampfwalze
Gewohnte Selfmade-Kost, die alle Anhänger der beteiligten Künstler wohl zufrieden stellen wird, auch wenn etwa Shiml etwas zu kurz kommt. Keine negativen Ausreisser, aber auch nicht wirklich große Höhepunkte. In Summe ganz ok, aber mehr nicht…
WERTUNG: 3,5/5
Jeyz – “Blut, Schweiß und Tränen” (Review)
von Admin am 07.Mai 2009, unter Reviews
Die Videos (“Ganz egal” und “Mein Leben”) von Jeyz wurden ja bereits vorgestellt und auch über ein Jeyz-Interview zum aktuellem Album “Blut, Schweiß und Tränen” wurde hier schon informiert. Nun folgt das Review…
Mich konnte Jeyz auf seinen bisherigen Releases vor allem bei Representer- und Battlenummern überzeugen und mit Titeln wie “Heute wird zurück geschossen”, “Nordweststädter” oder “Könnt ihr das hier fühlen” wurde ich auch auf dem 22-Track-starkem Album “Blut, Schweiß und Tränen” fündig. Allerdings hauen mich diese Tracks allesamt leider nicht wirklich vom Hocker und vor allem letzterer Track (zusammen mit 439) schwächelt mit einer etwas laschen Hook. “Kämpfertränen” mit Azad und Manuellsen finde ich da schon wesentlich besser und auf ein wahres Brett stosse ich dann auch noch am Ende des Longplayers. “Alles zu spät”, bei dem Jeyz auch noch von Tone unterstützt wird, ist dann auch gleich mein persönliches Highlight.
Thematisch werden aber auch Lebensweisheiten (“Blut, Schweiß und Tränen”) oder “Kopf-hoch”-Tracks (“Kannst du die Sterne sehen”) präsentiert. Alles recht solide, aber leider auch nicht gerade spektakulär. Gleiches gilt da auch für die Mehrheit der Produktionen. Cool, aber die wahren Bretter sind an einer Hand abzählbar.
Die gefühlvollen Tracks wie “Ich will nicht mehr” und vor allem “Dieser Brief” – mit Unterstützung von Sängerin Claudia – sind für mich hingegen teilweise schwer zu beurteilen. Zu sehr klingt es dabei nach einem versuchten Abstecher in Richtung Pop, auch wenn inhaltlich wohl alles stimmen mag. Allerdings wird dem Ganzen dann mit “Ganz egal” endgültig die Krone aufgesetzt. Tut mir leid, aber vor allem die Hook von Marq F. schmerzt dabei gewaltig. Dies wird auch beim zweiten Part des Sängers bei “Zeit” nicht viel besser.
Abwechslung gibt’s dann zwischendurch auch mal mit “Ajuta me tu”, bei dem Jeyz auf italienisch rappt. Ich verstehe zwar kein Wort, aber es klingt durchaus interessant. Und natürlich dürfen dann auf so einem Album auch weder ein Mama-Track (“Mama”) noch ein “Liebeslied” (“Tagtraum”) fehlen. Technisch und inhaltlich ok, aber jetzt auch nichts Aussergewöhnliches.
Ein Snippet zu “Blut, Schweiß und Tränen” gibt’s auf der MySpace-Seite des Rappers: Jeyz@MySpace
Tracklist:
- Intro
- Mein Leben
- Heute wird zurück geschossen
- Kämpfertränen feat. Azad & Manuellsen
- Laura Skit 1
- Dieser Brief feat. Claudia
- Könnt ihr das hier fühlen feat. 439
- Ich will nicht mehr
- Blut, Schweiß & Tränen feat. CJ Taylor
- Kannst du die Sterne sehen
- Laura Skit 2
- Nordweststädter feat. D-Flame (RMX)
- Wie Feuer feat. Savant des Rimes & Freeman
- Mama
- Zeit feat. Marq F.
- Mein Stolz
- Laura Skit 3
- Ganz egal feat. Marq F.
- Tagtraum
- Ajuta me tu
- Alles zu spät feat. Tone
- Outro
Ein ordentliches Album, dem es aber dann doch an einigen Stellen an dem gewissem Etwas mangelt um eine bessere Wertung zu erreichen. Die wenigen echten Highlights können für mich dann auch die negativen Ausreisser nicht ganz aufwiegen. Sollte man trotzdem auf jeden Fall zumindest mal reinhören!
WERTUNG: 3,5/5
Huss und Hodn – “Der Stoff, aus dem die Regenschirme sind” (Review)
von Admin am 06.Mai 2009, unter Reviews
Das aktuelle “Huss und Hodn”-Album namens “Der Stoff, aus dem die Regenschirme sind” gibt’s ja mittlerweile schon seit geraumer Zeit. Für Reviews kann’s meiner Meinung nach allerdings nie zu spät sein…
Ich muss ja zugeben, dass ich das Vorgänger-Album “Jetzt schämst du dich” der beiden Künstler ziemlich cool finde und dementsprechend war ich natürlich auch sehr gespannt auf das neue Werk. Leider kann mich “Der Stoff, aus dem die Regenschirm sind” dann nicht ganz überzeugen. Klar, die typischen Merkmale von Huss und Hodn findet man auch auf dem aktuellem Longplayer. So orientiert sich der Gesamtsound immernoch an frühere Zeiten und vor allem an den Produktionen von Hulk Hodn haftet ein gewisses Ende-90er-Feeling. Raptechnisch trifft das nicht ganz so sehr zu, jedoch wissen die witzigen, teilweise arrogant und trotzdem sympathisch (Widerspruch?) klingenden Text dennoch zu gefallen. Schön und gut, aber eben leider nur “gut”.
Für meinen Geschmack hat sich da etwas zuviel durchschnittliche Ware auf das Album verirrt und ich kann leider nicht wirklich eine Weiterentwicklung erkennen. Wobei dies retromäßig betrachtet ja wiederum ohnehin ein Rückschritt wäre, oder?
Aber im Ernst, ich hätte mir einfach mehr Tracks im Stile von “Juwelier”, “Denken Schenken” und “Du bist nackt” – meinen drei Favoriten – gewünscht, die für mich aus der Masse herausstechen. Bei letztgenanntem Track ist dann auch der Rapper und Labelkollege Noy beteiligt, welcher – wie auch die restlichen Features (Sylabil Spill und Audio 88) – zwar nicht überragend agiert, aber auf jeden Fall in Ordnung geht.
Auch der Track “Die Frage bleibt offen” und vor allem desssen Ende kann mich überzeugen und ist auf jeden Fall hörenswert. Und sicher, auch sonst gibt’s immer wieder mal witzige Lines vom Retrogott und Totalausfälle sind glücklicherweise gar keine zu finden. Aber leider ertappe ich mich zu oft bei dem Gedanken die Skip-Taste drücken zu wollen und stelle fest, dass mich das Album in seiner Gesamtheit einfach nicht so flasht, ja stellenweise sogar etwas langweilt. Schade!
Das Snippet zum Album kann man sich hier mal anhören: Hulk Hodn@MySpace
Tracklist:
- Der Zweig
- Gastspiel
- Null
- Ich schiesse
- Baumplantage
- Einenreissen feat. Sylabil Spill
- Der Stoff, Aus Dem Die Regenschirme Sind
- Noch Niemals In New York
- Die Frage Bleibt Offen
- Der Urlaub War So Schön
- Fresh, Flesh, Dope
- Veni, Vidi, Fiki
- Florida / Miami
- Reichwerfen
- Denken Schenken
- Deutsch Sein
- Du Bist Nackt feat. Noy
- Deine Hoe Auch
- Huroskop
- Juwelier
- Kleines Stück feat. Audio 88
- Der Zug Endet Hier
Keine Frage, “Der Stoff, aus dem die Regenschirme sind” ist sicherlich kein schlechtes Album, aber eben auch leider bei weitem nicht das was ich mir erwartet hätte. Darum greife ich bei Retro-Gelüsten dann doch wieder zum Vorgänger bzw. zu Sylabil Spills aktuellem Album “Negative Energie”.
WERTUNG: 3/5
Kamp & Whizz Vienna – “Versager ohne Zukunft” (Review)
von Admin am 29.Apr 2009, unter Reviews
Tja, spät aber doch folgt nun das Review zum Debut-Album des Wiener Rappers Kamp. Und was Kamp zusammen mit Whizz Vienna auf “Versager ohne Zukunft” abliefert ist bei weitem keine leichte Kost…
Ich lehne mich dabei sicher nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass es sich hierbei um eines der ehrlichsten Alben der letzten Zeit handelt. Was Kamp hier in raptechnischer Höchstform vom Stapel lasst gleicht einem wahren Seelenstrip. Egal, ob er sich dabei permanent selbst als “Versager” betitelt oder ob er offenbar “Ohne Zukunft” dasteht, er entschuldigt sich dann auch gerne mal mit “So Sorry”. Dies wird stets gekonnt in reale Lebenssituation und Betrachtungen eingebettet, bei welchen aber zum Glück auch hin und wieder ein Funke Selbstironie aufblitzt. Auch sonst ist die Stimmung nicht gänzlich zu 100% als bedrückend zu bezeichnen, wie Tracks über Kindheitserinnerungen (“Als wär es gestern”) oder auch “Ein Tag für Eva” bewiesen.
Trotzdem überwiegen eher schwermütige Tracks, die unter anderem auch Beziehungen (“Malinkaya”) oder das Familienumfeld (“Alles was ich hab”) behandeln. Dabei kann es schon mal als Zuhörer passieren, dass man manchmal lieber weghören würde. Aber, wie gesagt, eben keine leichte Kost!
Auch Graffitti wird mit “Graffikki” ein Song gewidmet, welchen ich zu einem meiner persönlichen Highlights des Albums zähle. Zusätzlich gehört auch “Kein Tag für Eva” zu meinen Favoriten, besticht dieser neben bildhaften Raps auch durch einen genial brachialen – wenn auch eher untypischen – Whizz Vienna Beat. Die restlichen Produktionen halten sich da schon eher in Richtung Soul-Samples. Persönlich bin ich zwar kein totaler Anhänger davon, aber Whizz Vienna hat seine Sache mehr als gut gemacht und seine Beats ergänzen sich perfekt mit Kamps Raps.
Das Album hört man sich sicher nicht mal so nebenbei an und es wäre auch äusserst schade, würde man das tun. Andererseits läuft es aufgrund der (fast) durchgehenden melancholischen Stimmung auch Gefahr etwas eintönig zu werden. Man sehnt sich zwischendurch auch mal nach etwas anderem.
Ein Snippet zu “Versager ohne Zukunft” findet sich auf deren MySpace-Seite: Versager ohne Zukunft@MySpace
Tracklist:
- Der Anfang Vom Ende (I’m A Loser)
- Versager
- Als Wär Es Gestern
- Kein Tag Für Eva
- Ein Tag Für Eva
- Graffikki
- So Sorry
- Pechknecht
- Geisterjäger
- Malinkaya (Dont Go)
- Frag Mich Wofür
- Was Hab Ich Grad Gemacht
- Fort Von Mir
- Gildos Sohn
- Stolibub
- Goldene Wolken/dir Mama
- Ohne Zukunft (Dont Wanna Be Right)
- Alles Was Ich Hab
- Das Ende Vom Anfang
Ein wirklich sehr ehrliches und gutes Album, dass allerdings stellenweise vielleicht allzu sehr in die gleiche Kerbe schlägt. Trotzdem macht man beim Kauf dieses Albums nicht viel falsch und ich kann es jedem (nicht nur Österreichern) empfehlen!
WERTUNG: 4/5
Kool Savas – “John Bello Story 2 (Brainwash Edition)” (Review)
von Admin am 13.Apr 2009, unter Reviews
Mittlerweile scheint es ja schon Standard zu sein, einen Tonträger gleich in mehreren unterschiedliche Versionen anzubieten. In Zeiten von Premium, Special oder “Wie-auch-immer” Editions gibt’s diesmal mit der Brainwash Edition auch eine Neuauflage von “John Bello Story 2″, dem aktuellem Mixtape/Album von Kool Savas. Das gleiche Album etwa nochmal? Nicht ganz…
Etwa die Hälfte der Nummern gab es bereits 1:1 auf der Vorgänger-Version. Darunter findet man neben guten Nummern wie “Legt euch ins Zeug” und “Belloman” auch mit “Beweis 2 (Mammut Remix)” einen meiner Lieblingstitel. Es kommt einfach cool, wenn sich unzählige – größtenteils sehr gute – Rapper über 7 Minuten lang gegenseitig die Klinke in die Hand drücken. Leider haben es auch eher schwächere Titel wie ” Holiday Hoe” oder auch das etwas nervige “Nur ein Skit” auf die Brainwash Edition geschafft. Warum dabei komplett auf “Weil’s nicht anders geht” – für mich einer der stärksten Tracks vom Vorgänger – verzichtet wurde bleibt für mich allerdings ein Rätsel. Auch “LOL” und “Brainwash” haben es nicht auf die neue CD geschafft, wobei zumndest Letzterer durch zwei neue Tracks (“Brainwash 2″ und “Brainwash 3″) ersetzt wurde.
Teilweise wurden “alte” Nummern auch als Remix-Versionen mit auf die Brainwash-Edition gepackt. Vor allem der Tua Remix von “Fick nicht mit uns” kann hier eindeutig punkten und gibt dem ohnehin schon guten Song noch einen stimmungsmäßigen Schub nach vorn. Der “Feuer”-Remix geht auch noch klar, aber bei “Krone” geht der Gitarren-Einsatz für meinen Geschmack etwas in die Hose. Neben den bereits erwähnten neuen “Brainwash”-Tracks gibt’s auch noch vier weitere komplett neue Tracks. Diese sind auf jeden Fall hörenswert und neben dem coolen Solo-Track “Futurama” weiß auch vor allem “Rapfilm” zu gefallen. Eine wirklich geniale Nummer zu der es auch ein sehenswertes Video gibt:
Die CD erscheint in einer Kartonbox und beinhaltet neben einem kleinen Booklet auch zu jedem Track ein eigenes Foto-Kärtchen (vorne Live-Bild, hinten Lyrics). Zusätzlich ist auch eine DVD beigepackt, auf welcher sich u.a. Live-Show-Ausschnitte, Muisk-Videos und Backstage-Aufnahmen mit einer Gesamtlänge von etwa 120 Minuten befinden. Nette Zugabe!
Snippet konnte ich leider keines finden, aber hier kann man zumindest in alle Nummern mal reinhören: Amazon-Partnertlink
Tracklist:
- Futurama
- So Heiss feat. Amar, Ercandize & Curse
- Bagger feat. Sizzlac, Caput & Moe Mitchell
- Fick nicht mit uns (Tua RMX) feat. Amar, Ercandize & Moe Mitchell
- Legt Euch ins Zeug feat. Amar, Kaas & Moe Mitchell
- Brainwash 2 feat. Dem Franchize Boyz
- Feuer (Riptor RMX) feat. Ercandize, Amar, Caput, MottaMan
- Charisma feat. 40 Glocc
- Krone (Strike RMX) feat. Franky Kubrick, Moe Mitchell & Amaris
- Holiday Hoe feat. Franky Kubrick & Moe Mitchell
- Belloman feat. Sizzlac & Caput
- Gladiator feat. Amar
- Nur ein Skit
- Letzeee gooo (L.A.A.S.A.V.A.S.) feat. Laas Unltd.
- Brainwash 3 feat. KAAS & Moe Mitchell
- Beweis 2 (Mammut Remix) feat. Olli Banjo, Plan B, Maeckes, Caput, Mo Trip, Ercandize, Kobra, Franky Kubrick, Sizzlac, Laas Unltd., Jifusi, Phreaky Flave, Amar, Germany, Favorite, Kaas & Vega
- Rapfilm (additional Vocals: Olli Banjo, Fler, Curse, Torch, Eisfeld & Azad)
Eine Bewertung ist insofern schwierig, da es sich bei etwa der Hälfte der Tracks um bereits erschienene Nummern handelt, welche dann auch nicht alle zu 100 Prozent überzeugen können. Auch bei den Remixes hat nicht alles Hand und Fuß. Die neuen Tracks sind allerdings wiederum überwiegend gut bis sehr gut. Fans, die noch keine “John Bello Story 2″-Version ihr eigen nennen, oder besonders an der Zusatz-DVD interessiert sind, können zur Wertung ruhig noch einen halben Punkt hinzuaddieren. Alle anderen könnten sich auch überlegen einzelne Tracks über den iTunes Store nachzukaufen.
WERTUNG: 3,5/5
Tone – “Phantom” (Review)
von Admin am 12.Apr 2009, unter Reviews
Wurde auf hiphopblog.at bereits über das Video zum aktuellen Album berichtet, so folgt nun das Review zu “Phantom”.
Zähle ich das Vorgängeralbum von Tone namens “Zukunftsmusik” aus dem Jahre 2005 zu einem meiner Lieblingsalben so freute ich mich natürlich besonders auf ein neues Lebenszeichen des Frankfurter Rappers. Mit “Phantom” gelang ihm dabei auch ein würdiger Nachfolger.
Bereits der Intro-Track “Aus dem Dunkeln ins Licht” leitet das Gesamtwerk stimmungsvoll ein. In gekonnt flexender Weise wird hier gleich mal klargestellt, dass mit Tone nicht zu spaßen ist. Genauso soll’s auch sein! Dieser Weg wird auch auf den beiden nachfolgenden Tracks konsequent weiter bestritten, zwar nicht in ganz so druckvoller Weise, aber dennoch nicht minder wortstark.

Auch im weiteren Verlauf des Albums lässt Tone rücksichtslos sein “Skalpell” aufblitzen, dessen Einsatz dann bei “Zu weit voraus” ihren Höhepunkt findet. Aber auch “Du hast Recht” (inklusive Kool Savas-Support) und “Gorillas” – zusammen mit Magic und Adem – wissen zu gefallen. Leider fehlen mir ein wenig die extrem schnell geflexten Battle-Tracks wie man sie auf seinem Vorgänger noch öfters hörte. Solche Leckerbissen sind auf “Phantom” etwas spärlicher gesät. Andererseits muss ja Tone auf diesem Gebiet auch keinem mehr was beweisen.
Neben den Battle- und Representer-Tracks bringt Tone auf dem Album auch genauso seine inhaltlichen Stärken zu Tage. So zum Beispiel zusammen mit Cassandra Steen bei dem Titel “Sie leiden”, welcher von den Pflichten der Eltern gegenüber ihrer Kind handelt. Starker Song! Tracks über Beziehungen (“Du lässt mich nicht los”), den Tod (“Durch den Tod”) oder das alltägliche Leben (“Unser Weg”) kommen genauso glaubhaft rüber und auch die Durchhalteparolen bei “Weit gekommen”, zu dem es auch ein Video gibt, sind hörenswert. Eher durchschnittlich zu bezeichnen sind für mich der Track über Schlampen (“Lieb von dir”) oder auch “Mein Traum”. Mein persönliches Highlight stellt dann der Titel “Dein Tag wird kommen” dar, der aufzeigt, dass man im Leben nicht ewig ungestraft davonkommt. Sehr cooler Track!
Beattechnisch gibt’s nichts zu meckern und auch die Features können überzeugen, da diese auch für eine gute Abwechslung sorgen.
Das Album erscheint im schwarzen Digipack und macht sich somit auch im CD-Regal recht ordentlich.
Ein Snippet zum Album gibt’s hier: Tone@MySpace
- Aus dem Dunkeln ins Licht
- Bös
- Leg das Mic weg
- Du lässt mich nicht los feat. Julian Williams
- Weit gekommen
- Skalpell
- Durch den Regen
- Unser Weg feat. Jeyz
- Wahnsinns Flows
- Mörder Rap
- Mein Traum feat. Xavier Naidoo
- Dein Tag wird kommen
- Lieb von Dir feat. Harris
- Du hast Recht feat. Kool Savas
- Gorillas feat. Magic & Adem
- Sie leiden feat. Cassandra Steen
- Special
- Zu weit voraus
Tone hat ein gutes Album abgeliefert, welches im Gesamtpaket eindeutig überzeugt, obwohl man darauf auch zwei, drei eher durchschnittliche Songs findet. Ausserdem würde ich ihn gerne öfters “flexen” hören. Trotzdem eine Kaufempfehlung meinerseits!
WERTUNG: 4/5
Sylabil Spill – “Negative Energie” (Review)
von Admin am 07.Apr 2009, unter Reviews
Schon etwas spät, aber dennoch erwähnenswert, folgt hier das Review zu Sylabil Spills “Negative Energie”
Der aus dem “Huss & Hodn”-Umfeld stammende Rapper Sylabil Spill veröffentlichte dieser Tage nach einigen Feature-Beiträgen und seiner EP “Freunde? Nein!” nun seinen ersten Longplayer namens “Negative Energie”. Wer Sylabil Spill schon einmal gehört hat oder im Besitz von “Freunde? Nein!” ist kann sich wohl recht gut vorstellen in welche Richtung sein aktuelles Werk gehen wird. Es geht um Battle-Rap, und zwar in seiner reinsten Form. Kein Gangster-Gelaber und kein Street-Credibility-Blabla. Einfach nur Battle!
Wer also auf der Suche nach Inhalten ist, welche über das Zerstören von Wack-MCs hinausgehen, sollte wahrscheinlich eher Abstand von “Negative Energie” nehmen und würde in diesem Kontext von Sylabil Spill wohl nur ein simples “Du nicht” ernten.
Der Rest wird dafür recht ordentlich mit dessen 22-Track-starken Album bedient. Bezüglich der Wortwahl finde ich bei Sylabil Spill durchaus Parallelen zu Taktloss, welchen er allerdings in Bezug auf Technik dann doch etwas überragt. Auf jedenfall flowt er recht unverkrampft über die Beats und rammt dabei jeden seiner imaginären Feinde in Grund und Boden. Produziert wurde das Album von Hulk Hodn, Noyland, Retrogrott, DJ Adlib und ihm selbst. Allen Tracks haftet dabei etwas Retromäßiges an, was aber nicht wirklich negativ gesehen werden muss, konnten ja auch bereits Labelkollegen Huss & Hodn damit punkten. Auf mich wirkt es stellenweise als würde sich Mitte/Ende 90er-Sound (ala Stieber Twins und Massive Töne) mit Inhalten des ersten Berlin-Hypes (z.B. von MOR) paaren. Eine durchaus recht interessante Mischung, welche auch auf Tracks wie “Hantelkuss”, “Du bist Stuhl” und “Komm lass uns spielen” zu gefallen weiss. Letzerer ist auch zugleich mein persönliches Highlight und stellt durch Hook-Unterstützung von Noy eine von zwei Featurenummern dar. Das zweite Feature findet sich mit Retrogott bei dem Track “Warteschild”. Auch Tracks wie “Guter Mensch” kommen bei mir gut an, auch wenn bzw. vor allem weil, der Beat stimmungsmäßig absolut nicht mit dem Inhalt harmoniert. Hörenswert!
In seiner Gesamtheit gesehen kämpft “Negative Energie” allerdings dann doch mit der Eintönigkeit. Das Album ist dadurch auch sicher kein Produkt für die Massen und das soll es wohl auch nicht sein. Anhänger des “gepflegten” Battle-Raps kommen auf ihre Kosten, der Rest sollte sich vorher mal das Snippet geben.
Ein Snippet zu “Negative Energie findet sich auf Sylabil Spills MySpace-Seite: Sylabil Spill@MySpace
WERTUNG: 3,5/5
Absztrakkt – “Das Buch der drei Ringe” (Review)
von Admin am 07.Apr 2009, unter Reviews
Wie bereits bei den News angekündigt wurde, folgt nun auch das Review zum neuen Absztrakkt-Album namens “Das Buch der drei Ringe”.
Vor vier Jahren droppte der Rapper mit “Dein Zeichen” bereits ein wirklich cooles Album, auf welchem er nicht – wie so manche Kollegen – den Fehler begang sich irgendwelchen Trends zu unterwerfen. Bereits damals (und eigentlich auch schon davor) stellte er stets deutlich klar, dass er seinen eigenen Film fährt. Auf seinem neuesten Werk macht er jetzt genau damit weiter, was aber nicht bedeuten soll, dass es in irgendeiner Form einen Stillstand gegeben hätte. Keinesfalls. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger haben sich sowohl Style als auch Inhalte auf jeden Fall weiterentwickelt.
Themenmäßig beschäftigt sich der Rapper hauptsächlich mit der Wahrnehmung seiner Umgebung und seinen persönlichen Erfahrungen. So zum Beispiel auf “Versprich mir” wo er unter anderem sehr offen über Familie und Frauen rappt. Allerdings wird das Ganze meistens zusätzlich noch mit mystischen Storyelementen vermischt, woraus dann Tracks wie “Unterwasserastronaut” oder auch “Der Himmel ist hoch” entstehen. Letzterer zählt nicht nur wegen Zeilen wie “Es geht abwärts auf dem Weg der nach oben führt / Ich trage das wertvollste Schwert, weil es nie gezogen wird” zu meinen persönlichen Favoriten. Diesen Ansatz setzt er auch bei “Flowerfist” und “Der eigene Meister” (“Leute lernen mich kennen, denken ich bin wie in den Liederen / dann sind sie enttäuscht, denn im wahren Leben bin ich ein Niemand”) gekonnt fort.
Konkreter wird Absztrakkt dann schon bei rap- bzw. szenekritischen Passagen auf “Dalai Lama” oder bei Representer- und Battle-Nummern ala “Wiege des Feuers” und “Xcalibur”, auf denen er zusätzlich durch diverse X-Men-Klan-Members unterstützt wird. Sind alles gute Nummern, allerdings auch keine wahren Highlights.
Mit “Die Blume und das Biest” können dann wahrscheinlich nur Wenige etwas anfangen und auch ich habe so meine Probleme damit. Inhalt und Text wissen zu gefallen, aber die Vortragsweise ist mir dann doch etwas zu schwerfällig bzw. zu “abstrakt”.
Hauptsächlich wurde die Platte von Roey Marquis produziert, dessen Beats perfekt zu Absztrakkts Raps passen und die deepen Texte szimmungsvoll unterstützen.
Eines ist klar. “Das Buch der drei Ringe” ist sicherlich kein Album für zwischendurch. Es verlangt vollste Aufmerksamkeit von seinen Hörern, die dadurch aber großteils belohnt werden. Ein echtes “Untergrund-Album”, wie man es heute leider nur zu selten findet, und gehört somit zu 100% supportet. Also, besorgt euch das Album…
WERTUNG: 4/5
Ein Snippet “Das Buch der drei Ringe” gibt’s hier: Absztrakkt@MySpace
Erhältlich ist das Album per bezahlbarem Download über diesen Link: www.roey-marquis.de
