Kamp & Whizz Vienna – “Versager ohne Zukunft” (Review)
von Admin am 29.Apr 2009, unter Reviews
Tja, spät aber doch folgt nun das Review zum Debut-Album des Wiener Rappers Kamp. Und was Kamp zusammen mit Whizz Vienna auf “Versager ohne Zukunft” abliefert ist bei weitem keine leichte Kost…
Ich lehne mich dabei sicher nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass es sich hierbei um eines der ehrlichsten Alben der letzten Zeit handelt. Was Kamp hier in raptechnischer Höchstform vom Stapel lasst gleicht einem wahren Seelenstrip. Egal, ob er sich dabei permanent selbst als “Versager” betitelt oder ob er offenbar “Ohne Zukunft” dasteht, er entschuldigt sich dann auch gerne mal mit “So Sorry”. Dies wird stets gekonnt in reale Lebenssituation und Betrachtungen eingebettet, bei welchen aber zum Glück auch hin und wieder ein Funke Selbstironie aufblitzt. Auch sonst ist die Stimmung nicht gänzlich zu 100% als bedrückend zu bezeichnen, wie Tracks über Kindheitserinnerungen (“Als wär es gestern”) oder auch “Ein Tag für Eva” bewiesen.
Trotzdem überwiegen eher schwermütige Tracks, die unter anderem auch Beziehungen (“Malinkaya”) oder das Familienumfeld (“Alles was ich hab”) behandeln. Dabei kann es schon mal als Zuhörer passieren, dass man manchmal lieber weghören würde. Aber, wie gesagt, eben keine leichte Kost!
Auch Graffitti wird mit “Graffikki” ein Song gewidmet, welchen ich zu einem meiner persönlichen Highlights des Albums zähle. Zusätzlich gehört auch “Kein Tag für Eva” zu meinen Favoriten, besticht dieser neben bildhaften Raps auch durch einen genial brachialen – wenn auch eher untypischen – Whizz Vienna Beat. Die restlichen Produktionen halten sich da schon eher in Richtung Soul-Samples. Persönlich bin ich zwar kein totaler Anhänger davon, aber Whizz Vienna hat seine Sache mehr als gut gemacht und seine Beats ergänzen sich perfekt mit Kamps Raps.
Das Album hört man sich sicher nicht mal so nebenbei an und es wäre auch äusserst schade, würde man das tun. Andererseits läuft es aufgrund der (fast) durchgehenden melancholischen Stimmung auch Gefahr etwas eintönig zu werden. Man sehnt sich zwischendurch auch mal nach etwas anderem.
Ein Snippet zu “Versager ohne Zukunft” findet sich auf deren MySpace-Seite: Versager ohne Zukunft@MySpace
Tracklist:
- Der Anfang Vom Ende (I’m A Loser)
- Versager
- Als Wär Es Gestern
- Kein Tag Für Eva
- Ein Tag Für Eva
- Graffikki
- So Sorry
- Pechknecht
- Geisterjäger
- Malinkaya (Dont Go)
- Frag Mich Wofür
- Was Hab Ich Grad Gemacht
- Fort Von Mir
- Gildos Sohn
- Stolibub
- Goldene Wolken/dir Mama
- Ohne Zukunft (Dont Wanna Be Right)
- Alles Was Ich Hab
- Das Ende Vom Anfang
Ein wirklich sehr ehrliches und gutes Album, dass allerdings stellenweise vielleicht allzu sehr in die gleiche Kerbe schlägt. Trotzdem macht man beim Kauf dieses Albums nicht viel falsch und ich kann es jedem (nicht nur Österreichern) empfehlen!
WERTUNG: 4/5
